Magenschleimhautentzündung: Symptome und Behandlung von Gastritis

Wenn plötzlich Übelkeit oder starke Magenschmerzen auftreten, fragt man sich unmittelbar, was einem auf den Magen geschlagen hat. Unter Umständen können dies Anzeichen einer Magenschleimhautentzündung sein. Was das ist, welche Ursachen und Symptome auftreten und wie sie erfolgreich behandelt werden kann, erläutert dieser Ratgeber.

Magenschleimhautentzündung – Was ist das?

Die grundlegende Funktion der Magenschleimhaut zuerst: Grundsätzlich wird Essen im Magen zersetzt, indem saure Magensäfte (‚Magensäure‘) die Nahrungseiweiße aufspalten. Die Enzyme dafür werden in der Magenschleimhaut produziert. Damit die aggressive Magensäure nicht die Magenschleimhaut angreift, ist diese mit einer Schutzschicht ausgekleidet.

Wird diese Schutzschicht allerdings angegriffen, produziert der Magen zu viel Magensäure. Die Folge sind unangenehme Schmerzen für die Betroffenen und Folgeerscheinungen, die möglicherweise äußerst schwerwiegend sind.

Gastritis


Welche Ursachen hat eine Gastritis?

Unterschieden wird zwischen verschiedenen Formen einer Gastritis und dementsprechend unterscheiden sich auch die Ursachen grundlegend. Eine akute Gastritis ist häufig zurückzuführen auf:

  • Akute Infektionen (durch Bakterien, Viren, Schimmelpilze)
  • Übersäuerung durch Nikotin, Alkohol, Kaffee oder scharfes Essen
  • Stress (körperlich, psychisch)
  • Psychische Erkrankungen (Panikattacken, Depression)
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamentengruppen
  • Strahlentherapie
  • Lebensmittelvergiftungen

Während die Ursachen einer akuten Magenschleimhautentzündung oft nur vage zu bestimmen sind, wird die chronische Gastritis aufgrund ihrer Ursachen in drei Formen unterteilt:

  • Typ A: zugrundeliegende Autoimmunerkrankung
  • Typ B: bakterielle Infektion (Helicobacter pylori)
  • Typ C: chemisch-toxische Gastritis bedingt durch Medikamenteneinnahme

Welche Symptome lassen auf eine Magenschleimhautentzündung schließen?

Bei den nachfolgenden Symptomen handelt es sich um mögliche erste Anzeichen einer Gastritis. Gleichzeitig können sie allerdings symptomatisch für eine Reihe weiterer Erkrankungen sein. Aus diesem Grund gilt es, im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung mögliche Krankheiten abklären zu lassen.

Eine chronische Magenschleimhautentzündung verläuft anfangs symptomarm. Lediglich leichte Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen oder Aufstoßen lassen auf die Erkrankung schließen. Allerdings ist bei einem chronischen Krankheitsverlauf das Risiko möglicher Komplikationen hoch, die ihrerseits Symptome mit sich bringen. Eine Gastritis Typ A beispielsweise führt unter anderem zu Blutarmut, die mit Müdigkeit, Kurzatmigkeit und einem Schwächegefühl einhergeht.

Die Symptome einer akuten Gastritis erinnern an Magen-Darm-Erkrankungen. Plötzliche Oberbauch- und Magenschmerzen werden durch Druck verstärkt. Dazu kommen Übelkeit möglicherweise einhergehend mit Erbrechen und Appetitlosigkeit sowie Aufstoßen, Sodbrennen und einem unangenehmen Geschmack im Mund. Durchfall dagegen gehört eher selten zu den Symptomen.


Formen der Gastritis: Was sind Gastritis Typ A, B, C?

Wie bereits erläutert wird grundsätzlich zwischen einem akuten und einem chronischen Krankheitslauf unterschieden. Chronische Gastritis wird aufgrund ihrer Ursachen in drei Typen unterteilt:

Gastritis Typ A

Typ A ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der die Belegzellen im eigenen Magen von körpereigenen Abwehrstoffen zerstört werden. Dadurch produziert die Magenschleimhaut zu wenig Magensäure. Um diesen Mangel auszugleichen, wird das Hormon Gastrin in großem Maß ausgeschüttet – mit schwerwiegenden Folgen für die Magenschleimhaut.

Langfristig erhöht dies das Risiko von Magenkrebs und sogenannter Karzinoide (Tumore) im Magen-Darm-Trakt. Darüber hinaus wird die Bildung des Intrinsic Factors gehemmt, der für die Aufnahme von Vitaminen aus der aufgenommenen Nahrung zuständig ist. Die Folge ist eine Blutarmut, die als perniziöse Anämie bezeichnet wird.

Gastritis Typ B

Die bakterielle Magenschleimhautentzündung ist auf das Bakterium Helicobacter pylori zurückzuführen.

Helicobacter Pylori
Gastritis Typ B ist eine bakterielle Entzündung.

Tatsächlich wird allerdings vermutet, dass jeder zweite Erwachsene Träger dieses Erregers ist.

Während die meisten anderen Bakterien im Magen nicht überleben, neutralisiert der Helicobacter pylori die Magensäure und übersteht sie so unbeschadet.

Gastritis Typ B ist einerseits gefährlich, weil sie grundsätzlich ansteckend ist, andererseits auch deswegen, weil das Risiko eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs, Magenlymphoms oder von Magenkrebs durch die Erkrankung steigt.

Gastritis Typ C

Die chemisch-toxische Gastritis wird vor allem durch bestimmte Medikamente hervorgerufen. Dazu gehören Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure, wobei letzteres besser bekannt ist als Aspirin sowie Rheumamedikamente. Grundsätzlich können allerdings auch Alkohol, säurehaltige Lebensmittel oder ein Gallereflux Auslöser für diese Form der Gastritis sein.

In Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sollte erwogen werden, diese Medikamente abzusetzen oder durch einen Magenschutz die in Mitleidenschaft gezogene Magenschleimhaut zu bewahren.


Wie lange dauert eine Gastritis?

Die Dauer einer Magenschleimhautentzündung ist abhängig davon, um welche Form der Gastritis es sich handelt, seit wann die Erkrankung besteht und zu welchem Zeitpunkt eine Diagnose erfolgt. Entscheidend ist auch, wie ausgeprägt die Entzündung ist.

Akute Gastritis

Eine akute Gastritis heilt meist schnell innerhalb weniger Tage oder Wochen. Mit Behandlungsbeginn sollte bereits innerhalb weniger Tage eine Linderung der Symptome eintreten. Neben einer medikamentösen Behandlung führt vor allem eine Anpassung des Lebensstils dazu, dass eine Gastritis rasch abklingen kann.

Chronische Gastritis

Ob und wie schnell eine chronische Gastritis in den Griff gebracht werden kann, ist abhängig von der Form der Erkrankung. Im Falle einer Gastritis Typ C verschwinden die Beschwerden häufig sobald die Medikamente abgesetzt werden, die die Magenschleimhautentzündung hervorgerufen haben.

Sind Bakterien verantwortlich für die Beschwerden, ist eine Behandlung über den Verlauf mehrerer Wochen vorgesehen. Am Ende der Therapie steht eine vollständige Heilung. Ist die Ursache der Gastritis eine Autoimmunerkrankung ist die Erkrankung stattdessen nicht heilbar. Allerdings können Betroffene ihren Alltag ohne starke Einschränkungen bestreiten.


Welche Behandlungsansätze werden verfolgt?

Oft ist zur erfolgreichen Behandlung einer Gastritis eine Ernährungsumstellung ausreichend. Daneben sollte auf Auslöser wie Alkohol- oder Nikotinkonsum verzichtet werden. Eine Behandlung mit Medikamenten kann diese Umstellungen begleiten. Im Fall einer chronischen Erkrankung ist der Therapieansatz abhängig von der Ursache.

Magenschleimhautentzündung – Was essen?

Im Falle einer Gastritis lautet die korrekte Frage eher: Was sollte nicht gegessen werden? Es darf dabei auf das Bauchgefühl geachtet werden. Vermieden werden sollten säurehaltige Getränke und Nahrungsmittel wie Kaffee und Fruchtsäfte. Fettiges und Gebratenes, scharfes und süßes Essen sind ebenfalls nicht zu empfehlen.

Welche Lebensmittel kann man bei einer Gastritis essen?
Bekömmliche Lebensmittel sind während einer Gastritis ideal.

Stattdessen sollten kleine, leichte Mahlzeiten konsumiert werden. Gut kauen und langsam essen sorgt dafür, dass der Magen Nahrung leichter verdauen kann.

Stilles Wasser und milder Tee sollten auch dann getrunken werden, wenn Durstgefühl und Appetit eigentlich ausbleiben.

Mit diesen Lebensmitteln ist man gemeinhin auf der sicheren Seite:

  • Haferschleim
  • Zwieback
  • Weißbrot
  • Geriebener Apfel
  • Reis
  • Fettarme Suppen
  • Kartoffelpüree
  • unter Umständen (fettarme) Milchprodukte

Hausmittel gegen Magenschleimhautentzündung

Zu den Hausmitteln gegen eine Gastritis gehören trockenes Brot und Haferbrei ebenso wie eine Wärmflasche oder Decke, die oft bereits Wunder wirken können. Wer darüber hinaus natürliche Abhilfe bei Schmerzen versucht, kann auf Heilerde, Kartoffelsaft oder Natron, das in warmem Wasser aufgelöst wurde, zurückgreifen.

Medikamente gegen Gastritis

Medikamente gegen eine Magenschleimhautentzündung sollen entweder Magensäure neutralisieren, die Produktion von Magensäure hemmen oder die Begleitsymptomatik lindern.

Antazida (Calcium-, Magnesium- und Aluminiumsalze) entwickeln eine kurzzeitige Wirkung und bilden einen Puffer gegen die Magensäure, Antihistaminka (sogenannte H2-Rezeptor-Blocker) drosseln die Magensäureproduktion, während ein ‚Magenschutz‘ die Säurebildung blockiert. Prokinetika werden gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt.

Darüber hinaus werden chronische Magenschleimhautentzündungen mit weiteren Medikamenten behandelt. Im Fall einer Gastritis Typ A werden zusätzlich Vitamin B12-Injektionen verabreicht, um einer Blutarmut vorzubeugen. Sollten im Fall einer Typ C-Erkrankung Medikamente nicht abgesetzt werden können, wird zusätzlich ein Säurehemmer verschrieben.

Geht eine Gastritis Typ B mit schwerwiegenden Symptomen einher oder ist das Risiko einer Folgeerkrankung besonders groß (etwa dann, wenn in der Familie bereits Magenkrebserkrankungen vorgekommen sind), wird eine sogenannte Eradikationstherapie durchgeführt. Dabei werden bis zu drei Antibiotika und Säureblocker eingesetzt, um das Bakterium abzutöten.


Gastritis: die wichtigsten Informationen im Überblick

Zum Schluss noch einmal die wichtigsten Informationen kompakt und übersichtlich:

  • Eine Magenschleimhautentzündung entsteht dort, wo die Schutzschicht im Magen angegriffen
  • Im Fall einer akuten Gastritis gehören Übelkeit, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen zu den Symptomen.
  • Bei einer chronischen Gastritis wird zwischen Typ A (Autoimmunerkrankung), Typ B (bakterielle Erkrankung) und Typ C (chemisch-toxische Erkrankung)
  • Ein gesunder und stressfreier Lebenswandel gehört zu den besten Präventionsmaßnahmen.
  • Im Fall einer Gastritis sollte auf Kaffee, Alkohol und Nikotin sowie säurehaltige, süße und fettige Nahrungsmittel verzichtet werden.
  • Die Symptomatik sollte auf jeden Fall auch ärztlich abgeklärt werden, so kann auch der Einsatz der richtigen Medikamente gewährleistet werden.