Herzrasen nach dem Aufwachen: Ursachen und Behandlung

Bei sportlicher Betätigung ist es normal, dass sich der Herzschlag beschleunigt. Doch auch morgens nach dem Aufwachen – in einem völligen Ruhezustand – kann das Herz schneller schlagen. Mediziner sprechen hier vom Herzrasen bzw. einer Tachykardie. Obwohl das wild pochende Herz für die Betroffenen furchteinflößend sein kann, gibt es in den meisten Fällen keinen Grund zur Sorge. Was Herzrasen nach dem Aufwachen genau ist, welche Ursachen dahinterstecken und was Sie konkret dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was ist Herzrasen (nach dem Aufwachen)?

Herzrasen ist ein häufiges Symptom, das durch einen beschleunigten Herzschlag gekennzeichnet ist. Während das menschliche Herz normalerweise zwischen 60- und 90-mal pro Minute schlägt, sind es beim Herzrasen in der Regel mehr als 100 Schläge in der Minute. Der Begriff „Herzrasen“ bezeichnet also ein wild pochendes Herz, meist auch begleitet von unangenehmem Druck oder Schmerzen in der Brust.

Herzrasen tritt üblicherweise bei körperlicher Anstrengung auf. In diesem Fall beruhigt sich das höherschlagende Herz ganz von alleine – und zwar genau dann, wenn sich der Körper wieder entspannen kann. Herzrasen kann aber auch im Ruhezustand auftreten.

Frau greift sich ans Herz
Herzrasen tritt manchmal auch im Ruhezustand auf.

So kann Herzrasen beim Einschlafen und nach dem Aufwachen vorkommen. Letzteres liegt oft daran, dass der Körper einem schnellen Übergang von Ruhe (Schlaf) zu Aktivität (Aufwachen) ausgesetzt ist und sich der Herzschlag entsprechend schnell an das höhere Aktivitätsniveau anpassen muss. Allerdings können sich natürlich auch ernstzunehmende Krankheiten hinter dem Herzrasen verbergen.

Herzrasen beim Aufwachen: Ursachen

Aufwachen mit Herzrasen kann verschiedene Ursachen haben. Im nachfolgenden Teil dieses Ratgebers geben wir Ihnen einen Überblick über mögliche Auslöser für ein morgendliches wild pochendes Herz.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Diverse Herz-Kreislauf-Erkrankungen können der Grund sein, warum Sie mit Herzrasen aufwachen – insbesondere wenn diese Krankheiten mit Herzrhythmusstörungen und Herzklappenproblemen einhergehen. Zum Beispiel kann Vorhofflimmern, eine häufige Form der Herzrhythmusstörung, Herzrasen, Schwindel und andere Symptome verursachen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, dass ein Herzinfarkt die zugrundeliegende Ursache für das Herzrasen ist. Diese Erkrankung kann durch eine Verengung oder Blockade der Herzkranzgefäße ausgelöst werden, was zu einer unzureichenden Durchblutung des Herzmuskels führt. Hier gilt es, keine Zeit zu verlieren, denn ein Herzinfarkt kann in manchen Fällen tödlich sein.

Schilddrüsenüberfunktion

Wenn Sie morgens beim Aufwachen Herzrasen haben, kann auch eine Schilddrüsenüberfunktion dahinterstecken. Der Grund: Die Schilddrüse produziert Hormone, die den Stoffwechsel und die Herzfunktion regulieren. Wenn die Schilddrüse zu viele Hormone erzeugt, beschleunigt sich automatisch der Stoffwechsel. Dieser Prozess wirkt sich infolgedessen auf das Herz aus, was zu einer höheren Herzfrequenz und somit zum Herzrasen führen kann.

Mann mit Herzrasen sitzt auf Sofa und greif sich an die Stirn
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann die Ursache für Herzrasen nach dem Aufwachen sein.

Auch gut zu wissen: Zu den weiteren Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion zählen u. a. gesteigerter Appetit, Gewichtsverlust, Zittern, Schwitzen, Reizbarkeit und Müdigkeit.

Beim Aufwachen Herzrasen durch einen ungesunden Lebensstil

Nicht immer müssen ernstzunehmende Erkrankungen hinter dem Herzrasen nach dem Aufwachen stecken. Oftmals kann auch ein ungesunder Lebensstil einen erhöhten Herzschlag auslösen. Dazu zählt z. B.:

  • Erhöhter Koffeinkonsum: Koffein ist ein Stimulans, das das zentrale Nervensystem anregt und den Herzschlag beschleunigt. Übermäßige Mengen an Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Getränken, wie Schwarztee, Cola und Energy Drinks, können zu Herzrasen führen. Deshalb ist hier die Devise: Eine Reduktion des Koffeinkonsums kann dem Herzrasen ein Ende setzen.
  • Ungesunde Ernährung: Zwar sind zucker- und salzhaltige Lebensmittel nicht als direkte Ursache für Herzrasen anzusehen. Jedoch können z. B. Fettleibigkeit, Diabetes oder hohe Cholesterinwerte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann in diesem Fall den Herzschlag beruhigen.
  • Stress: Verschiedene Stresssituationen führen oftmals zu innerer Unruhe sowie einer erhöhten Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, die das Herz beeinflussen und den Puls beschleunigen können. Hier können bestimmte Entspannungsübungen helfen, um den Stress besser zu bewältigen und das Herzrasen zu reduzieren.
  • Schlafmangel: Unzureichender Schlaf oder Schlafstörungen können das Hormonsystem des Körpers beeinträchtigen und den Hormonspiegel verändern. Dadurch kann es ebenfalls zu Herzrasen kommen. Es ist deshalb wichtig, auf eine hohe Schlafqualität zu achten, um ein gesundes Herz-Kreislauf-System aufrechtzuerhalten.

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Hormonschwankungen und -veränderungen

Hormonschwankungen und -veränderungen können ebenfalls Herzrasen nach dem Aufwachen bedingen. In bestimmen Phasen des weiblichen Lebenszyklus wie der Periode inklusive PMS, der Schwangerschaft und den Wechseljahren kommt es zu erheblichen Schwankungen und Veränderungen des Hormonspiegels – und diese können sich wiederum auf die Herzfunktion auswirken.

Während der Menstruation können Frauen aufgrund des Östrogenabfalls in den Tagen vor der Periode und am ersten Tag der Monatsblutung Herzrasen oder Palpitationen erleben. In der Schwangerschaft gibt es aufgrund des erhöhten Blutvolumens normalerweise einen erhöhten Herzschlag. Zuletzt ist der Auslöser für viele Wechseljahresbeschwerden ein Absinken des Östrogenspiegels, der wiederum dazu führt, dass viele Frauen in dieser Lebensphase von Herzrasen betroffen sind.

Ein wie wild pochendes Herz aufgrund von Hormonschwankungen und -veränderungen ist jedoch in den meisten Fällen völlig harmlos. Durch gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität kann dem Herzrasen normalerweise erfolgreich entgegengewirkt werden.

Herzrasen nach dem Aufwachen durch hohen Blutdruck

Bluthochdruck (Hypertonie) kann eine weitere Ursache sein, warum Sie nach dem Aufwachen Herzrasen haben. Denn ein erhöhter Blutdruck bedeutet, dass das Herz härter arbeiten muss, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Das Risiko für verschiedene Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen ist dadurch wesentlich höher – und Herzrasen ist eines der vielen damit einhergehenden Symptome.

Gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Betätigung und ein angemessenes Stressmanagement können dabei helfen, den Blutdruck langfristig zu senken und das Herzrasen zu reduzieren. In schwereren Fällen sind auch Medikamente notwendig, um den Blutdruck zu regulieren.

Frau prüft ihren Puls am Handgelenk
Bluthochdruck kann Herzrasen verursachen.

Herzrasen und Zittern beim Aufwachen: Wann wird es gefährlich?

Herzrasen nach dem Aufwachen muss nicht immer auf eine ernstzunehmende Erkrankung hinweisen. Doch wenn zum erhöhten Herzschlag zusätzliche Beschwerden hinzukommen, kann es sich schlimmstenfalls sogar um einen medizinischen Notfall handeln.

Bei diesen Begleitsymptomen sollten Sie vorsichtig sein und umgehend einen Arzt kontaktieren:

  • Atemnot
  • Angstzustände
  • Bewusstlosigkeit
  • Engegefühl im Brustbereich
  • Schwindel

Beachten Sie: In vielen Fällen ist das Herzrasen beim Aufwachen völlig harmlos und dauert nur kurz an. Falls das morgendliche Herzrasen jedoch häufig auftritt und mit weiteren Symptomen einhergeht, sollten Sie zugrundeliegende Ursache von einem Kardiologen abklären lassen. Dieser kann eine konkrete Diagnose stellen und eine geeignete Behandlung empfehlen.

Morgens Herzrasen: Was kann helfen?

Herzrasen nach dem Aufwachen kann unangenehm und beängstigend sein, aber es gibt einiges, was Sie tun können, um dieses Symptom zu lindern. Die folgenden Hausmittel können schnell Erste Hilfe leisten:

  • Langsam aufstehen: Wenn Sie zu schnell aus dem Bett aufstehen, kann dies Ihren Blutdruck senken und den Herzschlag erhöhen. Versuchen Sie deshalb, morgens möglichst langsam aufzustehen.
  • Getränk mit Kohlensäure konsumieren: Trinken Sie ein kohlensäurehaltiges Getränk und achten Sie darauf, dass Sie direkt im Anschluss aufstoßen. Der dabei entstehende Druck im Brust- und Bauchbereich kann das Herzrasen stoppen.
  • Nase zuhalten: Halten Sie sich Ihre Nase zu und lassen Sie gleichzeitig den Mund geschlossen. Pressen Sie nun Luft aus der Nase und versuchen Sie den dadurch entstehenden Druck für ein paar Sekunden aufrechtzuerhalten. Diese Methode kann ebenfalls hilfreich sein, um den Herzschlag zu beruhigen.
  • Position wechseln: Oftmals reicht auch schon ein Positionswechsel, um das Herzklopfen zu lindern. Wenn Sie Herzrasen nach dem Aufwachen haben, können Sie versuchen, sich einfach nochmal im Bett umzudrehen oder sich aufzusetzen. Vergessen Sie dabei nicht auf eine regelmäßige Atmung.

Aber natürlich ist mit Herzrasen nach dem Aufwachen nicht zu spaßen. Wenn Sie dieses Symptom vermehrt an sich feststellen, sollten Sie es definitiv medizinisch abklären lassen. Mittels Elektrokardiogramm (EKG) kann ein Herzspezialist feststellen, ob es sich tatsächlich um Herzrasen handelt. Außerdem kann er diagnostizieren, welche Ursache hinter dem pochenden Herzen im Ruhezustand steckt und eine entsprechende Therapie verordnen.

Unser Tipp: Unabhängig von der Ursache, die hinter Ihrem Herzrasen nach dem Aufwachen steckt, sollten Sie auf einen gesunden Lebensstil achten. Achten Sie auf die wichtigsten Mineralstoffe und Vitamine, trinken Sie ausreichend, machen Sie regelmäßig Sport an der frischen Luft und gönnen Sie sich genügend Schlaf. So schaffen Sie die perfekten Voraussetzungen für ein vitales Leben und die besten Ausgangsbedingungen, um einer möglichen Erkrankung den Kampf anzusagen. 

Herzrasen nach dem Aufwachen richtig behandeln

Herzrasen nach dem Aufwachen kann angsteinflößend sein, aber nicht immer muss eine ernste Erkrankung dahinterstecken. Oft können bereits ein gesunder Lebensstil und ein paar Hausmittel für Abhilfe sorgen. Gleichzeitig sollten Sie den beschleunigten Herzschlag aber auch nicht auf die leichte Schulter nehmen – vor allem dann nicht, wenn er gehäuft und in Kombination mit weiteren Symptomen auftritt. Eine medizinische Abklärung ist in diesem Fall entscheidend, um ernstzunehmende Krankheiten ausschließen zu können.

FAQs zu Herzrasen nach dem Aufwachen

Welcher Puls nach Aufwachen?

Der normale Ruhepuls für Erwachsene liegt in der Regel zwischen 60 und 90 Schlägen pro Minute – dies gilt auch nach dem Aufwachen. Bei Herzrasen nach dem Aufwachen kann der Puls hingegen über 100 Schläge in der Minute sein. Einen häufig erhöhten Herzschlag sollten Sie dabei unbedingt medizinisch abklären lassen, um ernstzunehmende Erkrankungen ausschließen zu können.

Was ist gutartiges Herzrasen?

Gutartiges Herzrasen ist eine häufige Herzrhythmusstörung, bei der das Herz schneller als normal schlägt, aber normalerweise kein gesundheitliches Risiko darstellt. Üblicherweise tritt gutartiges Herzrasen unerwartet auf und dauert nur wenige Minuten bis Stunden an, bevor es von allein wieder aufhört. Neben einem erhöhten Herzschlag treten auch weitere Symptome wie Schwindel, Schwächegefühl, Atemnot und Brustschmerzen bei gutartigem Herzrasen auf.

Ist psychisches Herzrasen gefährlich?

Psychisches Herzrasen, das durch emotionale Belastungen verursacht wird, ist ungefährlich. Sobald die emotionale Belastung, wie Stress und Angst, vorüber ist, normalisiert sich der Herzschlag in der Regel von selbst wieder. Nur in seltenen Fällen kann das psychisch bedingte Herzrasen zu ernsthaften Komplikationen führen. Wenn es z. B. häufig und über längere Zeit auftritt, kann es zu verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Wann nach dem Aufwachen Herzrasen?

Herzrasen nach dem Aufwachen kann verschiedene Ursachen haben:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzrhythmusstörungen)
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Ungesunder Lebensstil (z. B. übermäßiger Koffeinkonsum, zucker- und fettreiche Ernährung, Stress, Schlafmangel)
  • Hormonschwankungen und -veränderungen (z. B. während der Periode, der Schwangerschaft und den Wechseljahren)
  • Bluthochdruck


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