Schlafstörungen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ungestörter und tiefer Schlaf: Das ist es, was sich die meisten Menschen wünschen, wenn sie abends müde ins Bett fallen. Doch nicht jeder ist mit gesundem Schlaf gesegnet. Verschiedene Schlafstörungen bereiten heute immer öfter Probleme, sodass die Nacht für Betroffene häufig zum Albtraum wird. Hier erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Schlaflosigkeit.

Was sind Schlafstörungen?

Bei Schlafstörungen (Insomnie) ist der Nachtschlaf über einen längeren Zeitraum deutlich beeinträchtigt. Dieses Phänomen bezeichnet also das schlechte Ein- oder Durchschlafen sowie die vermehrte Tagesmüdigkeit als Folgeerscheinung.

Kurzfristige Schlaflosigkeit in bestimmten belastenden Situationen oder bei körperlichen Erkrankungen ist dabei vollkommen harmlos und normal (kurzfristige Schlaflosigkeit). Falls die Schlafprobleme jedoch länger als 3-4 Wochen anhalten (chronische Schlaflosigkeit), sollten die Ursachen in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Formen von Insomnie

Ob Albträume, nervliche Störungen oder innere Unruhe: Schlaflosigkeit hat viele Gesichter. In vielen Fällen sind damit Ein- und Durchschlafprobleme gemeint. Je nach Ursache können verschiedene Formen der Insomnie unterschieden werden. Die folgenden Arten zählen zu den häufigsten.

  • Parasomnien: Manche Betroffene zeigen ungewöhnliche Verhaltensweisen im Schlaf, die sie nicht zur Ruhe kommen lassen. Bekannte Phänomene sind beispielsweise Albträume und Schlafwandeln.
  • Zirkadiane Rhythmusstörungen: Bei bestimmten Lebensstilen oder -situationen kann der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört sein (z. B. bei Jetlag oder Schichtarbeit).
  • Schlafapnoe: Die Schlafqualität kann durch nächtliche Atmungsstörungen eingeschränkt werden. Der Atem setzt hier teilweise minutenlang aus. Daraus ergibt sich eine große Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Außerdem liegt ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus, Herzinfarkt und Schlaganfall vor.
  • Restless-Legs-Syndrom: Diese neurologische Erkrankung führt dazu, dass Betroffene ihre Beine nachts – und völlig unbewusst – stark bewegen. Sie wachen davon größtenteils nicht auf, aber trotzdem ist ihr Schlafverhalten gestört. Sie fühlen sich deshalb tagsüber erschöpft und müde.

Symptome bei Schlafstörungen

Mit langfristigem Schlafmangel ist nicht zu spaßen. Wertvoller Schlaf lässt sich nur bedingt nachholen und ist lebensnotwendig. Ständige Müdigkeit kann die Lebensqualität wesentlich einschränken. Er kann u. a. folgende Symptome hervorrufen.

  • Gereiztheit
  • Tagesmüdigkeit (kann z. B. zu Sekundenschlaf beim Autofahren führen)
  • schlechtere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
  • geschwächtes Immunsystem
  • verlangsamte Körperfunktionen
  • psychischer Stress und Depressionen
Tagesmüdigkeit
Schlafstörungen führen häufig zu Tagesmüdigkeit.

Hinzu kommt, dass durch mangelnden Schlaf die Erlebnisse des Tages nicht ausreichend verarbeitet werden können. Das kann für zusätzliche Belastungen sorgen. Um diesen Zustand zu vermeiden, ist es wichtig, die Ursachen zu finden und dementsprechend zu behandeln.

Ursachen von Schlafstörungen

Schlaflosigkeit kann viele Gründe haben. Der fehlende Schlaf kann sowohl eine Folge von seelischen Belastungen als auch körperlichen Beschwerden sein. Dabei gibt es einige Faktoren, die Frauen wesentlich häufiger als Männer betreffen. Im Kindesalter kann eine Insomnie ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Schlaflosigkeit kann also u. a. die folgenden Gründe haben.

Schlafstörungen in den Wechseljahren

In den Wechseljahren (Menopause) leiden viele Frauen unter Schlaflosigkeit. Einige brauchen lange, um einzuschlafen und wachen regelmäßig nachts auf. Andere bringen gar kein Auge zu. Lang anhaltender Schlafmangel kann ein Stimmungstief auslösen.

Die beeinträchtigte Schlafqualität in den Wechseljahren hat verschiedene Ursachen. Dahinter steckt hauptsächlich der veränderte weibliche Hormonhaushalt. Die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron sinkt ab. Dadurch entstehen unter anderem nächtliche Hitzewallungen, die das Schlafverhalten wiederum stark beeinträchtigen.

Schlafstörungen in der Schwangerschaft

Das ungestörte Schlafen in der Schwangerschaft kann herausfordernd sein – das hat mehrere Ursachen. Bereits zu Beginn der Schwangerschaft sind viele Frauen erschöpft. In vielen Fällen lässt die Besorgnis darüber, ob alles gut gehen wird, die werdende Mutter wachliegen. Hormonelle Veränderungen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen und haben einen maßgeblichen Einfluss auf das Schlafverhalten.

Auch zum Ende der Schwangerschaft ist ein wenig erholsamer Schlaf keine Seltenheit. Der wachsende Bauch macht es für die Frau schwierig, eine bequeme Liegeposition zu finden. Hinzu können unliebsame Rückenschmerzen, häufiger Harndrang und Sodbrennen kommen. Der unvorhersehbare Schlaf-Wach-Rhythmus des Babys, der sich deutlich von jenem der Mutter unterscheidet, kann genauso für Schlaflosigkeit sorgen.

Schlafstörungen bei Kindern

Wie Erwachsene können genauso Kinder immer wieder von schlechter Schlafqualität geplagt werden. Bei den Kleinen treten am häufigsten Parasomnien auf. Dabei schrecken Kinder – überwiegend im Alter zwischen 4 und 7 Jahren – z. B. mit einem lauten Schrei mitten in der Nacht auf.

Gestörter Schlaf im Kindesalter betrifft häufig das Ein- und Durchschlafen. Doch auch morgendliches Früherwachen kann eine mögliche Form der Schlafstörung sein. Genauso ist es möglich, dass Kinder mehr schlafen als für ihre aktuelle Altersklasse üblich ist.

Schlafstörungen Kinder
Auch Kinder können von Schlafstörungen betroffen sind.

Schlafstörungen durch Medikamente

Manche verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Psychopharmaka) können das persönliche Schlafverhalten wesentlich beeinträchtigen. Wenn Betroffene über einen längeren Zeitraum Medikamente einnehmen müssen, sollten sie das unter ärztlicher Betreuung tun. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, auf ein anderes Präparat umzusteigen.

Schlafstörungen durch innere Unruhe

Mit innerer Unruhe ist ein permanenter Aufbruchszustand gemeint. An Entspannung und Abschalten ist hier nicht zu denken. Die Gedanken wollen einfach nicht stillstehen, sodass Schlaf in diesen Momenten unmöglich erscheint.

In diesem Fall gilt es, Stress bestmöglich zu vermeiden und persönliche Ruhepole zu finden. In der Praxis stellt sich aber oft die Frage, wie sich dieser gut gemeinte Ratschlag denn nun umsetzen lässt. Die folgenden Tipps helfen dabei.

  • Prioritätenliste schreiben: Überlegen Sie sich, welche anstehenden Aufgaben wirklich wichtig sind und welche sich auf einen späteren Zeitpunkt aufschieben lassen.
  • Manchmal unerreichbar sein: Sorgen Sie für Zeiträume, in denen Sie nicht erreichbar sind. Das können z. B. eine halbe Stunde oder ein ganzer Tag sein. Die Hauptsache ist, Sie nehmen sich bewusst Zeit für sich selbst.
  • Entspannungstermin festlegen: Wählen Sie einen Termin zum Entspannen und Ausruhen aus und tragen Sie sich diesen in Ihren Kalender ein. Es müssen auch nicht immer bestimmte Aktivitäten sein. Üben Sie sich lieber darin, einfach einmal nichts zu tun und der Stille Gehör zu schenken.
  • Geduld haben: Wenn Sie sich von Ihrer inneren Unruhe verabschieden möchten, geht das meistens nicht von einem Tag auf den nächsten. Haben Sie deshalb Geduld mit sich selbst, während Sie versuchen, Ihr persönliches Gedankenkarussell zu verlangsamen.

Schlafstörungen – was tun?

Sobald die Ursache für die vorliegende Schlafstörung feststeht, kann sie entsprechend behandelt werden. Wenn emotionale Hintergründe o. ä. hinter dem Schlafmangel stecken, können Sie auf Hausmittel oder Homöopathie setzen.

Schlafstörungen Homöopathie
Diverse Globuli helfen bei der Bekämpfung von Schlafstörungen.

Hausmittel: Schlafstörungen natürlich behandeln

Obwohl Hausmittel nicht bei jeder Schlafstörung anschlagen, bieten sie in vielen Fällen eine einfache sowie effektive Hilfe. Hier geht es vor allem darum, dass Sie Ihren täglichen Lebensstil verändern und sich gute Gewohnheiten antrainieren.

  • Nehmen Sie ein warmes Bad oder Fußbad.
  • Trinken Sie beruhigende Teesorten mit Inhaltsstoffen wie Melisse, Baldrian oder Hopfen.
  • Legen Sie bestimmte Routinen vor dem Zubettgehen fest. Mit den immer gleichen Handlungen vor dem Einschlafen lernt Ihr Körper im Idealfall, wann Schlafenszeit ist.

Homöopathie gegen Schlafstörungen

In der Homöopathie haben Sie die Wahl zwischen Globuli und Schüssler Salzen. Die nachfolgenden Listen sind nur ein kleiner Auszug aus gängigen Mitteln gegen nicht erholsamen Schlaf.

Bei Globuli werden gerne diese Präparate ausgewählt:

  • Actonium gegen nächtliche Angstzustände
  • Argentum Nitricum gegen Nervosität und Muskelzittern
  • Arsenicum Album gegen Erwachen mitten in der Nacht
  • Nux Vomica gegen Licht- und Geräuschempfindlichkeit

Unter den Schüssler-Salzen sind die folgenden beliebt:

  • 5 beruhigt bei nervösen Beschwerden
  • 7 macht schläfrig bei gestörtem Schlaf-Wach-Rhythmus
  • 10 hilft nachts wieder einzuschlafen
  • 22 wirkt unruhigem Schlaf und häufigen Albträumen entgegen

Schlafstörungen behandeln – welcher Arzt?

Es gibt viele Gründe, warum der Schlaf gestört sein kann und ebenso viele Behandlungsansätze. Sollten Sie sich unsicher sein, woran die Schlafprobleme liegen, suchen Sie am besten zunächst Ihren Hausarzt oder -ärztin auf. Im Rahmen einer Erstuntersuchung stellt sich möglicherweise schon heraus, wo die Wurzel des Problems liegt. Ansonsten werden Sie zur neurologischen Untersuchung ins Schlaflabor überwiesen.

Gesunder Schlaf ist wichtig!

Ob mit einfachen Mitteln wie autogenem Training zur Entspannung oder professionell betreuter Therapie: Schlaflosigkeit lässt sich mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bekämpfen. In jedem Fall lohnt es sich, den Schlafstörungen auf den Grund zu gehen und sie aktiv zu behandeln. Gesunder Schlaf ist und bleibt nämlich eines der wichtigsten Dinge, die wir unserem Körper geben können.


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