Thrombose, Blutgerinnsel: Welche Anzeichen gibt es?

Eine Thrombose, beziehungsweise ein Blutgerinnsel, ist keine Seltenheit – und kann nicht nur schmerzhaft, sondern sogar lebensgefährlich werden. Frauen sind insgesamt eher anfällig dafür. Doch was genau ist überhaupt eine Thrombose, wie sehen die Anzeichen/Symptome aus und wo liegen die Ursachen? Wir klären auf über Risikofaktoren, Diagnose, Behandlung und Verlauf der Krankheit. Außerdem wird aufgezeigt, wie das Vorbeugen einer Thrombose gelingen kann.

Was genau ist eine Thrombose?

Funktion von Blut
Der eigentlich sinnvolle Mechanismus von Blutgerinnung ist hier leider fehl am Platz.

Im Prinzip stoppt bei einer Thrombose der Blutfluss in der betroffenen Ader. Das Gewebe wird nicht mehr durchblutet und erhält zu wenig Sauerstoff – dadurch stirbt es ab. Ein Blutgefäß wird also durch ein sog. Thrombus (Blutpfropf) verschlossen. In der Medizin bezeichnet man diesen Vorgang als „Thrombose“: wenn das Blut in gewissem Sinne versehentlich gerinnt, bildet sich ein Pfropf am falschen Ort – und auch zur falschen Zeit.

Eigentlich ist die Blutgerinnung natürlich sehr nützlich und wichtig. Ist etwa ein Blutgefäß verletzt, dann lagern sich dort Blutplättchen ab, die so einen provisorischen Pfropf bilden. Über die Verletzung legt sich dann ein Gewinde aus Gerinnungseiweiß. Dieses wirkt wie ein Kleber, der die angegriffene Stelle verschließt. Eine Thrombose ist im Prinzip nichts anderes – nur an der falschen Stelle.

Symptome von Thrombose, Blutgerinnsel

Eine Thrombose kann im Grunde in jeder Ader des Körpers passieren. Nur die Folgen sind anders – ein Gerinnsel in den Arterien nennt man zum Beispiel eine arterielle Thrombose. Diese ist häufig Grund für einen Herzinfarkt, Schlaganfall, oder auch für einen Beinarterienverschluss. Diese Tromben können sich auch im Herzen bilden. Doch die häufigsten Thrombose-Fälle ereignen sich hier:

Thrombose der Beinvenen:

Die Symptome einer Beinthrombose sehen folgendermaßen aus:

  • Belastungsabhängige, oder auch spontane Schmerzen – Besserung durch Hochlagerung
  • Spannungsgefühl, ziehender Schmerz oder Muskelkater-Gefühl – bei Tieflagerung des Beins
  • Wadenschmerzen – bei der Beugung des Fußes (Homans-Zeichen)
  • Wadenschmerzen – bei Druck (Meyer-Zeichen)
  • Druckschmerz an der Innenseite der Fußsohle (Payr-Zeichen), sowie im Verlauf der betroffenen Vene
  • Schwellung nimmt mit Zunahme des Beinumfangs zu
  • überwärmtes Bein
  • Die oberflächlichen Venen sind deutlicher zu sehen (Warnvenen)

Wichtig zu wissen: diese Symptome können bei einer Bein-Thrombose auftreten, doch das muss nicht zwingend der Fall sein. Eindeutige Anzeichen fehlen hier oft. Der Symptomkatalog unterscheidet sich meist von Mensch zu Mensch.

Gefährliche Symptome sind in der Folge diejenigen, welche die Atmung und den Kreislauf betreffen. Sollte man leichte Atemnot, Schwindel, oder sogar starke Atemnot, sowie große Angst und Unruhe verspüren, könnte es sich um eine Lungenembolie handeln. In diesem Fall unbedingt rasch einen Arzt aufsuchen, oder gleich den Notarzt wählen.

Zudem unterscheidet man zwischen:

  • Oberflächliche Venenthrombose: hier ist das Gerinnsel in den oberflächlichen Venen anzutreffen. Krampfadern sind häufig betroffen, häufig gibt es eine Venenentzündung
  • Tiefe Beinvenenthrombose: das Gerinnsel befindet sich in den tiefen Beinvenen, es ist in den Adern tief im Inneren des Beines zu finden

Thrombose der Armvenen:

Diese Art der Thrombose ist schon eindeutiger identifizierbar, als die im Bein. Hier spürt man das Problem an starken Schmerzen. Meist ist der Arm auch geschwollen. Auch hier zeichnen sich die Venen sehr stark an der Oberfläche ab.

Ursachen für Thrombose

Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass sich eine Thrombose bildet? Schuld können eine, oder auch mehrere der folgenden Ursachen sein:

  • verlangsamter Blutfluss
  • Schädigung der Gefäßwand
  • erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes (Grund: veränderte Blutzusammensetzung)

In den meisten Fällen entsteht eine Thrombose der Venen durch einen verlangsamten Blutfluss, sowie eine erhöhte Neigung zur Gerinnung. Sie wird auch als venöse Thrombose oder Phlebothrombose bezeichnet.

Arteriosklerose
Bei einer Thrombose der Arterien stauen sich die Blutkörperchen an einem Engpass.

Handelt es sich um eine Thrombose der Arterien, also um eine arterielle Thrombose, dann ist meist eine Schädigung der Gefäßwand als Ursache zu nennen. Diese entsteht häufig durch eine Arteriosklerose, also eine Arterienverkalkung. Wenn sich Bindegewebe, Blutfette und Kalk an den Gefäßwänden ablagern, dann ist das Risiko hoch, dass sich eine arterielle Thrombose bildet.

Man nennt diese Ablagerungen übrigens Plaques – brechen diese auf, dann kann sich dort ein Blutgerinnsel bilden und das Gefäß verschließen. Diese Art der Thrombose kann beispielsweise auch in den Herzkranzgefäßen vorkommen. Dann handelt es sich um einen Herzinfarkt.

Risikofaktoren von Thrombose

Gewisse Faktoren können solche Blutgerinnsel begünstigen. Dazu zählen etwa diese:

  • längere Bettlägerigkeit/Immobilisation
  • erhöhte Blutgerinnungsneigung: z.B. nach großen Operationen (Bsp.: Hüftgelenk-, oder Kniegelenkersatz)
  • bereits vorausgehende Thrombose oder Lungenembolie
  • vererbte Blutgerinnungsstörung (Bsp.: Faktor-V-Leiden-Mutation)
  • Bluterkrankungen, die das Blut zähflüssiger machen (z.B.: Polyzythämie)
  • Schwangerschaft
  • nach der Entbindung
  • schwere Infektionskrankheiten
  • Verletzungen
  • Flüssigkeitsmangel
  • Kreislaufschock
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Bewegungsmangel
  • gewisse Medikamente (z.B. Hormonpräparate mit Östrogen – Antybabypille, oder auch Medikamente zur Behandlung in den Wechseljahren bzw. Krebstherapie)
  • das Lebensalter: über 50 Jahre, bei Frauen über 40
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • ausgeprägtes Krampfaderleiden (Varikose)
  • Gefäßwandverengungen durch Arteriosklerose bzw. Faktoren, die sie begünstigen, wie etwa Rauchen, Bluthochdruck (Hypertonie) und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Gefäßentzündungen

Die Liste ist relativ lang. Doch was nicht darauf steht ist die sogenannte Reisethrombose. Diese ist relativ unwahrscheinlich. Tritt man etwa einen Langstreckenflug an, d.h. man sitzt überwiegend länger als 4 Stunden, spricht man von einer Reisethrombose. Diese ist allerdings lange nicht so verbreitet, wie man denkt. Nur etwa 2 von 10.000 Menschen (0,02%) sind davon betroffen.

Thrombose: die Diagnose

Wie gut die Therapie anschlägt, hängt immer auch davon ab, wie lange das Blutgerinnsel schon besteht. Ganz wichtig bei einer Thrombose ist deshalb eine schnelle Diagnose, damit mit der Behandlung begonnen werden kann. Denn gerade etwa eine tiefe Beinvenenthrombose birgt wie erwähnt etwa das Risiko einer Lungenembolie.

Die Diagnose gestaltet sich durch eine Absicherung mit bildgebenden Verfahren, sowie spezielle Ultraschalluntersuchungen, wie etwa die Dopplersonographie oder Kompressionssonographie. Dieses sind typische Verfahren, mit denen eine Thrombose nachgewiesen werden soll.

Ärztliche Diagnose
Eine schnelle Diagnose ist bei Thrombose besonders wichtig. Zögern Sie also nicht Ihren Arzt aufzusuchen, wenn Sie erste, ernsthafte Symptome wahrnehmen.

Zudem können Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel, eine sogenannte Phlebographie angewandt werden. An dieser Stelle muss allerdings die damit verbundene Strahlenbelastung erwähnt werden. Manche Menschen reagieren außerdem allergisch auf das Kontrastmittel.

Außerdem kann die Konzentration der D-Dimere im Blut bestimmt werden. Diese entstehen bei der Spaltung von Fibrin – ein wichtiges Eiweiß der Blutgerinnung. Liegt eine Thrombose vor, dann steigt die Konzentration der D-Dimere – doch dies kann auch andere Ursachen haben. Daher ist ein erhöhter Wert nicht gleichbedeutend mit einer Thrombose.

So behandelt man Thrombose

Die Behandlung gestaltet sich unterschiedlich, je nachdem, ob es sich um eine arterielle, oder um eine venöse Thrombose handelt. Schlägt die Therapie an, kann das Blutgerinnsel durchaus aufgelöst werden, sodass der Blutfluss wiederhergestellt werden kann. Diesen Vorgang nennt man dann Thrombolyse (Auflösen des Blutgerinnsels).

Doch dieser Schritt ist nur für einen kurzen Zeitraum möglich! Das geht nämlich nur in der Anfangsphase der Thrombose. Auch deshalb ist ein rechtzeitiges Erkennen wichtig.

Zudem ist eine rasche Behandlung dahingehend wichtig, da sie das bestehende Blutgerinnsel am Weiterwachsen hindert, bzw. auch das Entstehen neuer Blutgerinnsel verhindert. Auf diese Weise verhindert man Spätfolgen, sowie das Risiko für Komplikationen.

Venöse Thrombose: Behandlung

Kompressionstrümpfe
Ein wesentlicher Bestandteil der Therapie: Die Kompressionsstrümpfe.

Diese Art der Thrombose wird zuerst akut etwa eine Woche lang mit dem Wirkstoff Heparin behandelt. Dieser hemmt die Blutgerinnung und kann auch dazu beitragen, dass sich das Blutgerinnsel auflöst. Ansonsten ist es wichtig, die Beine hochzulagern, sowie einen Kompressionsverband anzulegen – dieser sollte das ganze Bein bzw. den ganzen Arm umfassen. Der Sinn dahinter ist es, den Rückfluss des venösen Blutes zum Herzen zu erleichtern, sowie einen Blutstau zu verhindern.

Anschließend gibt es eine längerfristige Behandlung mit gerinnungshemmenden Mitteln – meist in Tablettenform und mit dem Wirkstoff Phenprocoumon. Eine dreimonatige Behandlung ist sinnvoll, um eine wiederholte Thrombose zu vermeiden. Die Kompressionsbehandlung sollte dabei weiter fortgeführt werden, zudem sollten Kompressionsstrümpfe getragen werden. Eine regelmäßige Bewegung unterstützt den venösen Rückfluss. Spezielle Übungen für die Wadenmuskulatur sind förderlich.

Arterielle Thrombose: Behandlung

Auch hier ist die akute Lösung zuerst ein Gerinnungshemmer wie Heparin. Im Fall einer Thrombose der Arterien können allerdings im Falle auch operative Methoden eingesetzt werden. Mithilfe der sogenannten Thrombektomie kann das Blutgerinnsel operativ entfernt werden. Die bekanntesten drei Methoden sind die offene Thrombektomie, Ballonkatheter und Kompressionsthrombektomie.

Der Verlauf der Krankheit

Komplikationen sind bei einer Thrombose leider nicht auszuschließen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Embolie. Löst sich das Blutgerinnsel, oder auch nur ein Teil davon und wird mit dem Blut mitgeschwemmt, dann kann dies passieren. Gelangt dieses dann über die Venen und das rechte Herz in die Lunge, kann es zu einer Lungenembolie kommen. Ungefähr jeder zweite Betroffene einer tiefen Beinvenenthrombose hat mit einer solchen Embolie unterschiedlicher Schwere zu kämpfen.

Auch eine Blutvergiftung ist nicht auszuschließen. Wenn Bakterien beginnen, das Blutgerinnsel zu besiedeln, können sich diese auch auf dem Blutweg ausbreiten. Dann hilft nur Antibiotika.

Die Entwicklung eines postthrombotischen Syndroms ist ebenfalls möglich. Spürbar wird dieses durch eine chronisch-venöse Insuffizienz – also eine bleibende Venenschwäche.

Bleibt das betroffene Gefäß zudem verschlossen, kann eine Folge das sogenannte offene Bein sein. Dieses heilt eher schlecht ab und entsteht durch die Bildung von Umgebungsvenen über die oberflächlichen Venen. Dort bilden sich dann Geschwüre (Ulcus cruris), welche das offene Bein verursachen.

So beugt man einer Thrombose vor

Um eine Thrombose schon von Anfang an zu verhindern, können einige Maßnahmen helfen. Die besten Methoden zur Thromboseprophylaxe sind diese:

  • Regelmäßige Bewegung, am besten täglich (Walken, Radfahren, Schwimmen)
  • Langes Stehen und Sitzen vermeiden
  • Ausgewogene Ernährung
  • Ausreichend trinken
  • Übergewicht vermeiden
  • Nicht Rauchen
  • Alkohol nur in Maßen
  • Nach dem Duschen Beine kalt abbrausen
  • Nach Operationen und Entbindungen Kompressionsstrümpfe tragen
regelmäßige Bewegung
Ein gesunder Lebensstil zu pflegen kann Ihnen im Vorfeld viel Ärger ersparen.

Zudem kann man nach Absprache mit einem Arzt auf weitere gerinnungshemmende Medikamente zurückgreifen. Fibrase ist zum Beispiel eines davon: es hilft gegen Durchblutungsstörungen bei thrombotischen Risiken und IC (Interstitielle Cystitis).