Nierenbeckenentzündung: Symptome, Dauer und Behandlung

Eine Nierenbeckenentzündung oder Pyelonephritis ist eine meist sehr schmerzhafte, bakterielle Entzündung des Nierenbeckens. Die Entzündung ist nicht ansteckend, sollte aber unbedingt von einem Arzt behandelt werden. Wie geben Auskunft über Ursachen, Symptome und Behandlung einer Nierenbeckenentzündung und erklären, wie man sich davor schützen kann.

Symptome: Wie sich die Entzündung äußert

Eine akute Nierenbeckenentzündung macht sich in der Regel durch plötzliche, heftige Schmerzen in der Seite oder am unteren Rücken bemerkbar. Die Nierengegend reagiert dann meist empfindlich auf Druck oder Klopfen. Je nachdem, ob die Entzündung akut oder chronisch ist, ergeben sich dabei unterschiedliche Symptome.

Symptome einer akuten Nierenbeckenentzündung

Bei einer akuten Entzündung fühlen sich Betroffene krank und bekommen Schüttelfrost und hohes Fieber. Zudem treten Schmerzen in der Flanke auf, die in den Rücken und Genitalbereich ausstrahlen können.

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Zu den Symptomen zählt auch Rückenschmerz im unteren Teil des Rückens. © staras – stock.adobe.com

Ein häufiger Harndrang und ein Brennen beim Wasserlassen sind ebenfalls üblich. In manchen Fällen können auch Erbrechen und Übelkeit auftreten.

Wird eine akute Entzündung des Nierenbeckens nicht behandelt, kann das schwerwiegende Folgen für die Nieren haben. Unter Umständen kann die Entzündung dadurch sogar chronisch werden.

Symptome einer chronischen Nierenbeckenentzündung

Die Symptome einer chronischen Entzündung des Nierenbeckens sind nicht so ausgeprägt wie bei der akuten Form. In der Regel verläuft die chronische Form ohne Fieber. Sie schreitet meist schleichend voran und wird unter Umständen sogar gar nicht bemerkt.

Die Symptome halten sich nämlich recht allgemein und können etwa Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Rückenschmerzen, Übelkeit oder ein erhöhtes Durstgefühl sein.

So kann es vorkommen, dass die Erkrankung erst auffällt, wenn sie schon weit fortgeschritten ist. Wird sie jedoch nicht behandelt, kann sie zu zunehmender Nierenschwäche und schweren Nierenschäden frühen.

So kann eine Entzündung des Nierenbeckens entstehen

Eine Nierenbeckenentzündung entsteht in den allermeisten Fällen dadurch, dass Bakterien über die äußeren Geschlechtsorgane in die Harnröhre gelangen. Das kann etwa durch Geschlechtsverkehr oder falsche Hygiene passieren. Dabei sind sowohl mangelnde als auch übertriebene Hygiene ungünstig. Denn durch eine zu aggressive Reinigung werden Bakterien weggespült, die dazu dienen, den Harneingang sauber zu halten.

Kommt die Entzündung immer wieder, kann dies aber auch von einer angeborenen Fehlbildung, einem Tumor oder einer Verengung der Harnwege her rühren. Mit der Zeit sammeln sich so immer mehr Bakterien an, bis es schließlich zu einer Entzündung kommt.

Auch eine Prostatavergrößerung oder Harn- und Nierensteine (um ihnen vorzubeugen können sich Heilkräuter als probates Mittel entpuppen) dies begünstigen. Die dauerhafte Einnahme von Medikamenten oder Schmerzmitteln kann die Nieren ebenfalls schädigen und Diabetiker sind durch die erhöhte Zuckerkonzentration im Harn besonders gefährdet.

Nierenbeckenentzündung bei Frauen

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Schwangerschaft ist ein Risikofaktor für die Entstehung einer Nierenbeckenentzündung. © SianStock – stock.adobe.com

Frauen sind deutlich häufiger von der Erkrankung betroffen als Männer. Vor allem in der Schwangerschaft tritt diese Entzündung bei vielen Frauen auf. Grund dafür ist, dass die vergrößerte Gebärmutter auf den Harnleiter drückt und so für einen Harnstau sorgt. Folglich sammeln sich Bakterien im oberen Harntrakt an.

Frauen leiden jedoch auch deshalb häufiger an Nierenbeckenentzündungen, weil ihre Harnröhre näher am After liegt und deutlich kürzer ist als die von Männern. Dadurch gelangen Bakterien leichter über die Harnwege in die Niere.

Was tun bei Nierenbeckenentzündung: Behandlung

Macht sich eine Nierenbeckenentzündung breit, sollte auf jeden Fall schnell etwas unternommen werden. Denn das Risiko für eine Nierenschädigung steigt mit der Dauer der Erkrankung. Da es sich um eine bakterielle Entzündung handelt, kann sie sehr erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden.

Nach Bedarf verschreibt der Arzt dabei auch fiebersenkende Arzneimittel oder Schmerzmittel. Bei schweren Entzündungen oder bei schwangeren Frauen ist allerdings meist ein Krankenhausaufenthalt nötig, wo die Antibiotika dann intravenös verabreicht werden.

Ist die Erkrankung chronisch, müssen die Antibiotika meist über Wochen konsequent eingenommen werden. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Ursache für die Entzündung behoben wird. So müssen unter Umständen kleine operative Eingriffe vorgenommen werden, um Tumore oder Nierensteine zu entfernen. Auch manche Fehlbildungen, wie zum Beispiel kleine Verengungen, lassen sich operativ beheben. Dieser Fall tritt jedoch eher selten auf.

Dauer

Je schneller die Entzündung behandelt wird, desto schneller heilt sie auch wieder aus. Nach Einnahme der Antibiotika klingen die Beschwerden meist innerhalb von ein paar Tagen wieder ab. Das Fieber sollte bereits nach ca. 48 Stunden verschwinden. Dennoch sollten die Tabletten für mindestens 10 bis 14 Tage eingenommen werden, selbst, wenn man sich vorher schon besser fühlt.

Als überstanden gilt die Erkrankung erst, wenn etwa 14 Tage nach Beendigung der Therapie keine Erreger mehr im Urin nachweisbar sind. Eine chronische Nierenbeckenentzündung ist jedoch ein etwas schwierigerer Fall. Meist heilt sie nicht vollständig aus, sodass regelmäßige fachärztliche Kontrollen erforderlich sind.

Heilung mit Hausmitteln unterstützen

Damit die Erkrankung schnellstmöglich ausheilt und nicht zu gröberen Schäden der Nieren führt, reichen Hausmittel allein leider nicht. Dennoch können bestimmte Hausmittel eingesetzt werden, um die Heilung aktiv zu unterstützen.

Hausmittel bei Nierenbeckenentzündung
Tee kann als Hausmittel die Symptome lindern. © Елена Нихотина – stock.adobe.com

So sollte während der Behandlung auf jeden Fall viel getrunken werden, damit die Nieren mit ausreichend Flüssigkeit gespült werden. Am besten sind bis zu 3 Liter am Tag. Tees aus Pfefferminze und Bärentraubenblätter können auch unterstützend getrunken werden. Wärme wirkt meist ebenfalls wohltuend für die Nieren. Eine Wärmflasche, warme Wickel oder ein Wärmekissen können etwas Entspannung bringen. Ebenso angenehm können Sitzbäder mit Kamille sein.

Wichtig ist aber vor allem: Schonen, damit die Entzündung gut abheilen kann! Das bedeutet gerade in der ersten Zeit Bettruhe, damit keine Energie verschwendet wird, die zur Bekämpfung der Entzündung nötig ist. Es gibt auch weitere unterstützende Maßnahmen:

  • Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr verringert das Risiko einer Infektion.
  • Die Blase bei jedem Harndrang schnellstmöglich entleeren, damit sich die Bakterien nicht ausbreiten.
  • Die Nierengegend unbedingt warmhalten!

Schüssler-Salze bei Nierenbeckenentzündung

Als Unterstützung der Behandlung können bei einer Nierenbeckenentzündung auch Schüssler-Salze genommen werden. Für diesen Zweck eignen sich die Salze Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 4 Kalium chloratum, Nr. 6 Kalium sulfuricum und Nr. 10 Natrium sulfuricum.

Von den Salzen können pro Tag je 7-10 Stück eingenommen werden. Zudem ist es empfehlenswert, die Salze in Wasser zu lösen und als Umschlag oder Wickel anzuwenden. Dadurch werden die Nieren auch gleich warmgehalten, was wohltuend und beruhigend ist.

Kann man der Entzündung vorbeugen?

Leider gibt es keine fixen Maßnahmen zur sicheren Vorbeugung. Dennoch kann man einiges unternehmen, damit zumindest das Risiko einer Entzündung des Nierenbeckens verringert wird:

  • Genug trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, damit die Nieren gut durchgespült werden. Pro Tag sollten daher mindestens 2 Liter getrunken werden.
  • Richtige Hygiene: Bei der Analhygiene sollte immer von vorne nach hinten abgewischt werden, damit keine Bakterien in die Harnröhre gelangen.
  • Nieren warmhalten: Die Nieren sollten stets vor Nässe und Kälte geschützt werden. Langes Tragen von nassen Badehosen oder langes Sitzen auf einem kalten oder nassen Untergrund ist zu vermeiden.
  • Keine aggressive Intimhygiene: Intimsprays, parfümierte Seifen oder desinfizierende Lösungen sollten ebenfalls vermieden werden, da sie das Hautmilieu im Genitalbereich verändern.
  • Nicht rauchen: Auf Rauchen sollte verzichtet werden, da es sehr schädlich für die Nieren ist.

 

Titelbild: © astrosystem – stock.adobe.com