Orgalutran ist ein verschreibungspflichtiges Medikament mit dem Wirkstoff Ganirelix. Es gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die „Gonadotropin-Releasing-Hormon-Antagonisten“ genannt werden. Diese hemmen die Wirkungen des natürlichen Gonadotropin-Realeasing-Hormons (GnRH), welches die Ausschüttung der luteinisierenden und follikelstimulierenden Hormone reguliert. Diese Hormone spielen eine wichtige Rolle in der menschlichen Fruchtbarkeit und Fortpflanzung.

Orgalutran wird als Injektionslösung verabreicht und findet seine Anwendung bei Frauen, die sich einer künstlichen Befruchtung einschließlich der In-vitro-Befruchtung unterziehen. Hier kommt es häufig zu einem verfrühten Eisprung, was die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, verringert. Dieser verfrühte Eisprung kann durch die Anwendung von Orgalutran verhindert werden.

In klinischen Studien wurde das Arzneimittel mit FSH und Corifollitropin alfa – einem Follikelstrimulans mit langer Wirkdauer – verabreicht.

Was müssen Sie vor der Einnahme beachten?

Wenden Sie Orgalutran nicht an, wenn

  • Sie allergisch gegen Ganirelix oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.
  • Sie überempfindlich gegenüber GnRH oder einem GnRH-Analogon sind.
  • Sie an einer mittelschweren oder schweren Nieren- oder Lebererkrankung leiden
  • Eine Schwangerschaft vorliegt oder Sie stillen.

Wenden Sie das Produkt nicht mehr an, wenn das auf dem Umkarton und den Ampullen angegebene Verfallsdatum überschritten wurde. Bitte halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie das Arzneimittel anwenden.

Wie wird Orgalutran angewendet?

Halten Sie sich bitte genau an die Dosis, die Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat und fragen Sie nach, wenn Sie sich unsicher sind.

Wenden Sie das Arzneimittel täglich an und zwar so lange, bis ausreichend Follikel entsprechender Größe vorhanden sind. Die endgültige Reifung der Eizellen in den Follikeln erfolgt durch die Gabe von humanem Choriongonatropin (hCG, auch als Schwangerschaftshormon bekannt). Die Zeitspanne zwischen zwei Injektionen und zwischen der letzten Orgalutran Injektion und der hCG-Injektion sollte 30 Stunden nicht überschreiten, ansonsten kann es zu einem vorzeitigen Eisprung kommen. Wenden Sie das Arzneimittel also immer zur ungefähr gleichen Zeit an.

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie sie so schnell wie möglich nach. Wenn das Zeitfenster die 30 Stunden überschreitet, holen Sie die Behandlung schnellstmöglich nach und fragen Sie Ihren Arzt hinsichtlich weiterer Ratschläge. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt rät Ihnen dazu.

Mögliche Nebenwirkungen des Arzneimittels

Wie alle Arzneimittel hat auch Orgalutran Nebenwirkungen, die jedoch nicht bei jedem auftreten müssen.

Folgende Nebenwirkungen sind im Zusammenhang mit Orgalutran bekannt:

Häufig (1 bis 10 Behandelte von 100):

  • Örtliche Hautreaktionen an der Injektionsstelle. Diese klingt üblicherweise innerhalb von 4 Stunden ab. Sehr selten (bei weniger als 1 Anwender von 10.000) wurden umfassende allergische Reaktionen beobachtet.

Gelegentlich (1 bis 10 Anwender von 1.000):

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Unwohlsein

Nebenwirkungen, die bei der kontrollierten ovariellen Überstimulation auftreten können:

  • Bauchschmerzen
  • Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)
  • Ektopische Schwangerschaft (das Kind entwickelt sich außerhalb der Gebärmutter)
  • Fehlgeburt

Wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Arzt, sobald Sie Nebenwirkungen verspüren, auch wenn diese nicht aufgelistet sind.

Zusätzliche Informationen

Lagern Sie das Arzneimittel außerhalb der Reichweite von Kindern.

Das Medikament wird von MSD Sharp & Dohme GmbH hergestellt. Die Packungsgrößen betragen 1X1 Stück mit einer Fertigspritze.